Das Alpenmurmeltier ist eines der bekanntesten Tiere der Hochgebirge. Familienkolonien bewohnen dauerhafte Baue in sonnigen Bergwiesen, von denen aus sie Nahrung suchen und die Umgebung aufmerksam überwachen.
Der kurze alpine Sommer bestimmt ihren Jahresrhythmus. Innerhalb weniger Monate müssen die Tiere Junge aufziehen und genügend Fettreserven für einen Winterschlaf ansammeln, der mehr als ein halbes Jahr dauern kann.
Auf einen Blick
Alpenmurmeltiere sind große Erdhörnchen und leben sozial. Ein erwachsenes Paar, seine Jungtiere und Nachwuchs früherer Jahre teilen ein Revier. Pfiffe warnen die Gruppe vor Gefahr und lösen die Flucht zum nächsten Baueingang aus.
Merkmale und Bestimmung
Der gedrungene Körper trägt dichtes, graubraunes bis gelbliches Fell. Kleine Ohren, kurze kräftige Beine und ein buschiger Schwanz prägen die Silhouette. Das Gewicht steigt vom Frühjahr bis zum Herbst erheblich an.
Körperbau und Anpassungen
Kräftige Krallen graben Wohn- und Fluchtröhren in Bergböden. Während des Winterschlafs sinken Körpertemperatur, Herzschlag und Atmung drastisch. Enges Zusammenliegen reduziert Wärmeverluste, besonders für Jungtiere des ersten Winters.
Lebensraum
Besiedelt werden offene alpine und subalpine Matten mit tiefgründigem, grabfähigem Boden und guter Übersicht. Felsblöcke dienen als Aussichtspunkte. Sehr dichte Wälder und dauerhaft nasse Böden sind ungeeignet.
Verbreitung
Natürlich liegt das Hauptareal in den Alpen. In mehreren europäischen Gebirgen wurde die Art angesiedelt. Innerhalb Deutschlands kommt sie vor allem in den Bayerischen Alpen vor, wo geeignete Hänge nur begrenzt verfügbar sind.
Ernährung
Gräser, Kräuter, Blüten und junge Triebe liefern Energie. Murmeltiere wählen nährstoffreiche Pflanzen und fressen im Spätsommer besonders intensiv. Vorräte werden nicht angelegt; der Winter wird ausschließlich aus Körperfett überstanden.
Verhalten und Aktivität
An sonnigen Tagen wechseln Nahrungssuche, Fellpflege, Spiel und Ruhe. Erwachsene sichern häufig aufrecht. Bei einem Warnpfiff verschwinden alle Tiere in nahe Röhren, deren mehrere Eingänge ein schnelles Entkommen ermöglichen.
Fortpflanzung und Entwicklung
Kurz nach dem Erwachen im Frühjahr findet die Paarung statt. Nach etwa fünf Wochen kommen zwei bis fünf nackte Junge in der unterirdischen Kammer zur Welt. Erst nach mehreren Wochen erscheinen sie erstmals an der Oberfläche.
Rolle im Ökosystem
Grabtätigkeit bewegt Boden und schafft Kleinstrukturen. Murmeltiere sind wichtige Beute für Steinadler und gelegentlich Füchse. Ihre Baue können von Insekten und anderen Kleintieren als Schutzraum mitgenutzt werden.
Gefährdung und Schutz
Die Art ist insgesamt nicht gefährdet, reagiert aber auf intensive Erschließung und häufige Störungen. Wandernde sollten Abstand halten, Hunde anleinen und Tiere niemals füttern. Klimaveränderungen können Dauer und Qualität des Winterschlafs beeinflussen.



